Lass Deine Seele sprechen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lass deine Seele sprechen

 

Es gibt eine uralte Therapieform bei der sich ein Mensch aus freien Stücken und mit dem Wunsch des „zu sich selbst Kommens“  für eine gewisse Zeit in völlige Dunkelheit begibt. Die Zeitspanne liegt bei einigen Tagen bis zu Wochen. Heute bezeichnen wir diese  Therapieform  als „Dunkeltherapie“ oder  „Dunkelretreat“. 

 

In gewisser Weise geschieht beim Floaten das Gleiche wie in dieser alten Therapieform.

Die hochenergetischen spirituellen Erfahrungen und die Stationen der Selbstfindung treten schneller auf und sind durch die Deprivation aller Sinneswahrnehmungen deutlich intensiver. Während in der Dunkeltherapie nur der visuelle Sinnesreiz verhindert wird, Fühlen, Hören, Schmecken und Riechen jedoch nicht, verlagert das physische Gehirn seine Aufmerksamkeit auf die verbliebenen Reize. Das merken wir an einer deutlich besseren taktilen Sensibilität, deutlicherem Hören und sensibleren Reaktionen auf Geruch und Geschmack. Das Gehirn versucht dadurch die Wahrnehmung der Außenwelt aufrecht zu erhalten, auch wenn der wichtige visuelle Reiz verschwunden ist.

Das geschieht beim Floaten nicht.

Neben der Dunkelheit, werden die Höreindrücke durch die akustisch dämpfende Sole stark vermindert. Das Fühlen und die Wahrnehmung des eigenen Körpers tritt in den Hintergrund und verliert seine Faszination. Nur Geruch und Geschmack verbleiben ungedämmt, können aber die drei Hauptwahrnehmungen „Sehen, Hören, Fühlen“ nicht ersetzen und das physische Gehirn gibt diesen Versuch sehr schnell auf. Es wendet sich dann dem inneren Geschehen zu.  Ohne  äußere Reize melden sich zunächst die inneren Geräusche des lebenden Körpers:  Das Geräusch des Atem-Luftstroms, das dumpfe Pochen des Herzens, das Rauschen des Blutes. Mit etwas Übung kann man sich von der Faszination dieser Geräusche lösen und gerät in einen Zustand des „floatens“ in einer nicht weiter zu beschreibenden dunklen Leere. Im besten Fall erlebt man hier den Zustand „der Abwesenheit von Gedanken“ und treibt absichts- und ziellos umher. Diese Umhertreiben ist zwar vom eigenen Bewusstsein her gesehen absichts- und ziellos, hat jedoch eine Richtung und diese führt nach innen in Bereiche, die bisher nur durch langjährige Meditation erreicht werden konnten.

Diese „Seelenbereiche“ sind uns nicht unbekannt, aber das Wissen um diese Gefilde ist im Westen seit Jahrhunderten nicht mehr gelehrt worden. In diesen Gebieten der ewigen Seele treffen wir auf  hypnagoge Bilder, die uns das Unbewusste schickt, das so mit uns kommuniziert. Diese Tiefenbilder lösen Probleme und heilen, auf ganz ähnliche Art, wie es in der Hypnotherapie, der KIP (Katathym Imaginative Psychotherapie) bzw. schamanischen Trancereisen geschieht. 

Diese Erlebnisse sind meistens positiv und erhebend, können jedoch auch – je nach persönlicher Konstitution – alptraumhafte Formen annehmen. Mit der Zeit jedoch verblasst dieses bildhafte Geschehen und macht Platz für den Dialog  mit der inneren Stimme. In diesem Stadium des Floatens kann es geschehen, dass einzigartige Wahrheiten und Weisheit in Erkenntnisblitzen bewusst werden. Dieses innere Wissen ist völlig klar und im Augenblick präsent. Es hilft Entscheidungen zu treffen und den eigenen Weg klar vor sich zu sehen. Selbst Antworten auf unsere wichtigen Lebensfragen kommen plötzlich und ganz von allein zu uns.

All das geschieht ohne die uns bekannte rationale Denkarbeit. Es sind keine Gedanken, die sich in Ursache-Wirkung Ketten abbilden, sondern es sind sich spontan bildende neuronale Prozesse, die intuitiv und als Ganzes erfasst werden. Viele davon versinken so schnell, wie sie erschienen sind und tauchen erst Monate später wieder in der Erinnerung des Floaters auf.
Als wäre es gerade eben geschehen.

 

Was ich hier beschreibe ist natürlich eine komprimierte Geschichte. Um alle  „Zustände“ des Floatens zu durchlaufen sind mehr als eine Floating Zeit erforderlich. Auch wenn das Floaten den Weg nach innen stark beschleunigt, so kann es doch die, im Unbewussten eines Menschen angelegten, Bremsen nicht plötzlich außer Kraft setzen. Das verhindert seine immanente Intelligenz, denn es will den Floater ja in seine Selbsterkenntnis führen und ihm keine Schwierigkeiten bereiten.

Um in den bewussten Zustand des Seins unter  „Abwesenheit der Gedanken“ zu kommen sind schon 3 bis 5 einstündige Floatings nötig. Die Ebene der „gedankenlosen Leere“ zu durchqueren kann noch einmal so viele Floatings erfordern.

Jedoch ist es so, dass hier jetzt die Länge der Floating Sessions eine maßgebliche Rolle spielt: Je länger eine Session wird, desto tiefer wird der Floatingzustand und desto eher kommen wir in Kontakt mit den Tiefenschichten unseres Wesens.

Jeder Floater erfährt seine Zeit des Floatens auf seine ganz persönliche Weise. Auch wenn viele spirituelle Erlebnisse möglich sind, gibt es doch die Hürden des „Egos“ zu überwinden, das das Vorhaben mit Unruhe, Angst, Aggressionen, Harndrang, Hunger und Ähnlichem zu verhindern sucht.

 

Eine vertiefte Wahrnehmung von sich selbst, die Inneneinkehr, die Beobachtung der mentalen Prozesse oder die Entdeckung des  Urlichts oder des Urtons  tritt erst ein, wenn der Floater sich ohne Rückhalt und Hintertürchen der Begegnung mit den Seelenkräften hingeben kann. Erst dann werden von seinem Unbewussten die ihm vorstellbaren Geistwesen, Lichtgestalten, personifizierten Naturkräfte, Gespräche mit Verstorbenen usw. als Lernerfahrung verfügbar gemacht.

Nur das Unbewusste weiß, wann der richtige Zeitpunkt für eine solche Erfahrung gekommen ist. 

Wenn wir – das Ego - weit genug loslassen, endet die Projektion des „Außen“ und die Betrachtung des Geistes kehrt wieder auf sich selbst zurück. Dann schauen wir tatsächlich nach innen, auf die reine Bewegung des Geistes, der in seinem Gefolge das Universum erschafft. Wir können dann plötzlich das ganze  Paradox begreifen und auflösen ohne auch nur einen Gedanken gedacht zu haben. So kommen wir in den Zustand der Einheit, der sich jenseits jeglicher „Ich Erfahrung“ befindet. Dann sind wir in einem anderen Seins-Zustand angekommen, der so wenig beschreibbar ist wie der Geschmack von „blanc manger“

 

Meditation – Seit Jahrtausenden der Königsweg zur Erleuchtung

Für mich ist die Meditation nach wie vor der beste Weg  zur Beantwortung der Frage nach dem „Wer bin ich?“  Doch mit dem Floaten haben wir ein neues Werkzeug erhalten, das wir aber bisher nur wenig verstanden haben. Es kann den ursprünglichen Weg zur „Erleuchtung“ um ein Vielfaches beschleunigen. Solange Floaten jedoch weitgehend nur auf der Ebene des „Wellness“ verwendet wird, bleibt der Floating Pool ein mit sieben Siegeln verschlossenes Buch. Selbst dann, wenn heute viele Universitäten an den Wirkungen des Floatens forschen.

Die Entwicklung des Menschen ist nicht von seinem Wissen abhängig, sondern von dem, was wir „spirituelle Reife“ nennen sollten. Es ist eine Zunahme an Herzenswärme, Mitgefühl, Aufrichtigkeit, Selbstlosigkeit und Liebe. Diese „Tugenden“ sind den gesellschaftlichen Werten weitgehend diametral entgegengesetzt. Diese spirituelle Reife kann einen Grad annehmen, der das Floatingbecken im inneren Licht schimmern lässt. Erleuchtung bekommt so eine ganz andere, neue Bedeutung.

 

Der Reizentzug ist eine immer tiefer gehende heilsame Erfahrung. Er heilt uns von der Übermacht des Egos oder des Tamagotchis, wie ich es liebevoller nennen möchte.  Ohne Reize gibt es die Welt des Tamagotchis nicht. Das ist wie ich Eingangs erwähnte bereits seit Jahrhunderten bekannt. Der Rückzug in Kivas, Höhlen und fensterlose Tempel, wurde in allen Kulturen der Welt ausgeübt und galt als der „Königsweg der Meditation“. Einer Meditation, die auf den Möglichkeiten der jeweiligen Welt fußend, zur Wahrnehmungs-Reizverringerung und Entkonditionierung diente. Diese fortgeschrittene Art der Meditation kann heute durch den Aufenthalt im Floatingpool ersetzt werden. Sobald man sich ehrlich genug auf das Floaten einlassen kann, beginnt man ganz automatisch hohe spirituelle Erfahrungen zu machen, die sonst nur mit vielen Jahren traditioneller Meditation zu erreichen sind. Speziell für spirituell Suchende, die nach echten spirituelle Erfahrungen dürsten, bietet das Floaten eine ausgezeichnete Möglichkeit in die eigene Tiefen zu kommen.

 

Floaten – Begebe dich auf deine Reise zur tiefen inneren Ruhe

Den ganzen Tag werden wir  von  Wahrnehmungsreizen gelenkt, die  über unsere Sinne auf uns einstürzen und mehr oder weniger bewusst aufgenommen werden. Die Verarbeitung der Sinnes- Reize beansprucht bis zu 80% der Gehirnleistung. Auf die meisten dieser Reize achten wir nicht, sie bleiben unbewusst, gelangen aber trotzdem in unser Unterbewusstsein. Dort verdichten sie sich zu neuronalen Netzen, die uns dann als „Glaubenssätze“ steuern. Es sind diese unbewusst aufgenommenen Wahrnehmungen, die unser Leben aus unserer Sicht meist negativ beeinflussen. Sie steuern uns so unbewusst, dass wir oftmals nicht mal wissen warum wir so und nicht anders Denken und Handeln.

Natürlich ist die Wahrnehmung für uns ein wichtiges Werkzeug, um uns in der komplexen Umwelt des Alltags zurechtzufinden. Sie lenkt uns durch unser Leben und doch vergessen wir, dass dieses beständige geschäftighalten des Gehirns uns  davon abhält, unvoreingenommen mit uns selbst und unserer Umwelt zu kommunizieren. Viele Menschen, die regelmäßig meditieren, streben einen Zustand des ausgeglichenen Geistes an, der sich nicht mehr von den Reizen der äußeren Welt verwirren lässt. Um diesen Zustand zu erreichen ist das „dimmen“ der Wahrnehmung eine unverzichtbare Voraussetzung – und genau das geschieht beim Floaten ganz automatisch.
Stille, Dunkelheit und allein sein mit sich selbst sind Urkräfte, die uns helfen uns persönlich und spirituell  weiter zu entwickeln. Geben wir uns ihnen länger hin, erleben wir eine immer tiefer gehende heilsame Erfahrung, die aus uns selbst heraus erwächst und doch viel größer ist als wir.

 

Floaten – Die spirituelle Ruhepause

Die für unsere Kultur erst einmal recht neue – sie wurde erst 1953 vom amerikanischen Neurologen Dr. John C. Lilly entwickelt -  und ungewöhnliche Methode, vereint gleich mehrere Vorteile auf sich und macht sich dadurch im westlichen Denken zunächst auch verdächtig. Denn wie kann es ein „Perpeteum Mobile“ geben, wo doch der Energieerhaltungssatz wissenschaftlich unstrittig ist? Ich denke wir leben am Beginn einer neuen Zeit und erhalten Werkzeuge und Methoden, die den bisherigen soweit überlegen sind, wie ein Smartphone einem Telefon aus den 60igern. Es ist eine Weiterentwicklung, weil sich die Menschen weiter entwickeln und es geht nicht um eine Fortführung bisheriger Werte, sondern um eine „religio“ eine Rückbindung an die spirituellen Werte, die den Menschen im Grunde ausmachen.

Hier liegt der primäre Vorteil des Floatens: Es benötigt keine Lehre, keine Programmierung durch vorhandenes Wissen. Es konfrontiert den Menschen allein mit sich selbst und geht so den direkten Weg in das, was ich „Wirklichkeit“ nennen möchte. Durch die weitgehende Ausschaltung der Wahrnehmung befreien wir uns im Floaten von der andauernden Neuprogrammierung durch die Sinne und entfernen damit die größte Ablenkung für das Bewusstsein. So kann es sich selbst beobachten und nach kurzer Zeit stellt sich ganz von allein eine  Bewusstseinserweiterung ein, die uns als Einzelnen und als Menschheit aus der Dunkelheit des Kali-Yuga heraushebt und zu dem werden lässt, was wir immer schon sind: Lichtwesen.

 

Hans Rosegger, Reset Center
(c) Nov/2016