Floaten als Ausweg


Die Wege des Floatens und der Meditation scheinen auf den ersten Blick völlig verschieden zu sein, führen jedoch zum gleichen tiefen Punkt. Dieser Punkt, von mir als “OFF” bezeichnet, in der Meditationstradition als  Samadhi, Satori oder Nirvikalpa bekannt, ist unabhängig von der Methode, immer der gleiche.

Doch während es in der meditativen Tradition oft viele Jahre dauert diesen Zustand zu erreichen, kann er durch Floating bereits nach wenigen Stunden eintreten. Da an diesem Punkt oder Zustand die rational-intellektuelle Wahrnehmung, also das wortgebundene Denken endet, ist über die “OFF” Erfahrung hinaus, keine Berichterstattung möglich.

In Hunderten von Floating Sessions konnten wir erleben, wie die Floater uns mit leuchtenden Augen gegenüber saßen und nach Worten rangen, auszudrücken was sie erfahren hatten. Regelmäßig endeten diese Versuche mit Tränen der Erkenntnis, der Ergriffenheit und einer spürbaren Veränderung der Raumatmosphäre.

 

Offenbar hat die Methode des Floatens einen Weg geöffnet, der es dem vor fünfzigtausend Jahren entstandenen Menschen nun erlaubt, sein Existenz-Paradigma wieder neu zu definieren. So wie damals die kognitiven Leistungen explodierten, in deren Gefolge unsere heutigen Zivilisationen entstanden, so kann das rasche und wiederholte Aufsuchen des „OFF“ zu Änderungen in der Erfahrung der Welt  führen. Das enge Korsett des kausalen Paradigmas eines logischen Verstandes öffnet sich zu einem mentalen Modell, in dessen Zentrum der Geist des Menschen wirkt.

Der Aufmerksamkeitsfokus verlagert sich harmonisch und ganz von allein, von der physischen Welt, hin zu einem immer abstrakter werdenden dimensionslosen Modell. Die Konzentration darauf erlaubt eine immer bessere Lebensplanung. Die Wege und Möglichkeiten der Verwirklichung strukturieren sich von allein und geben sich synchronistisch zu erkennen. Wir erkennen uns selbst und damit die Funktionen des Ichs. Gedanken, Emotionen, Körpergefühl, Erinnerungen und Wünsche werden als  Avatar erkennbar, der stellvertretend für das steht, was wir für uns selbst halten.

Die meisten Menschen nennen dieses  mentale Modell für unseren gesamten Organismus “ich”, in der festen Überzeugung, dass diese  Chimäre der Gehirnsoftware tatsächlich das ist, wer sie sind.

Diese Ego-Identifikation prägte die menschliche Erfahrung für Jahrtausende und es ist entsprechend schwer sich davon zu befreien. Aber das Zeitalter des „Ego“ kann und wird zu einem Ende kommen. Der nächste Software-Update ist bereits in vollem Gange und drückt sich in den komplexen Erkenntnissen der modernen Wissenschaft aus. Die rasante Wissenszunahme hat einen direkten Einfluss auf die Entwicklung des Gehirns und wird demzufolge eine massive Ausweitung des Bewusstseins auslösen.

Der nächste kognitive Schritt ist dann zwangsläufig das Ende der „Gehirnsoftware“ und damit das Ende der biologischen Behinderungen durch ein verstaubtes Selbst-Modell. Wenn dieser Sprung im Bewusstsein geschieht, werden wir erleben, über welch großartige Fähigkeiten wir verfügen und wie wundervoll perfekt sich unsere Biologie an die informatorischen Energien anpasst, die wir für unseren freien Willen halten.

Wir werden erleben, dass die persönliche Evolution jedes einzelnen Menschen direkt zur Entstehung einer aufgeklärten Menschheit als Ganzes führt.

Doch zunächst sind wir in einer kollektiven Psychose ungeahnter Ausmaße gefangen. Wir leiden kollektiv und individuell an einem Trauma, dass sich unbemerkt eingeschlichen hat. Wir sind einer Verzauberung anheim gefallen, die zu einer sich selbst verstärkenden Rückkopplung führte, in der wir nicht nur vergessen haben, wer wir sind, sondern die uns glauben lässt, jemand zu sein, der wir nicht sind.

Wenn wir aus dieser traumhaften Sicht der Welt in die Wirklichkeit aufwachen, löst sich der Bann selbst auferlegter Beschränkungen. Wir erkennen, dass wir interdimensional und sogar auf einer physikalischen Ebene direkt und unlösbar mit allem verbunden sind – und das viel mehr als wir jemals zu glauben wagten.

 

Diese innere Erkenntnis ist ein Ausdruck unserer kreativen Phantasie. Sie geht einher mit der Erkenntnis der dunklen Schatten und verurteilten Inhalte, die wir alle als Ausdruck unserer Lebenserfahrungen in uns tragen. Diese Schatten werden im “Off” lebendig und bilden das Tor, durch das wir unser selbst erschaffenes Gefängnis verlassen können. So beschenkt uns das Floaten, indem es einen einfachen Weg ins Off weist, mit der Fähigkeit weiter zu erwachen. Alles was wir tun müssen, ist die Schatten in das Licht des bewussten Selbst aufsteigen zu lassen, als eigene Schöpfungen anzuerkennen und dann liebevoll und dankbar in das große Meer kreativer Schöpfungen zurückfallen zu lassen.

Dieses Gleichgewicht von Helligkeit und Dunkelheit zu ehren und dafür zu danken ist der Weg auf dem wir die persönlichen Traumata und die kollektive Psychose der „Welt“ heilen können. Wenn wir uns nur mit dem Licht identifizieren und subtil die dunklen Teile verniedlichen, projizieren wir die Dunkelheit in die Welt, die wir außerhalb von dem, was wir für uns selbst halten, wähnen.

Diese Projektion wird dann zu der Welt, der Realität, die wir erleben. Auf diese Weise identifizieren wir uns fälschlicherweise mit der Größe der Schatten und kommen niemals hinter die Realität dessen, was ein Mensch ist. Diese Projektionen werden zum tragenden Element der psychischen Epidemie, die unsere Spezies infiziert hat und das uns kollektiv in den Zustand der Amnesie über uns selbst geworfen hat.

Im Erkennen unserer blinden Flecken, in denen sich unsere dunkle Seite verbirgt liegt die Kraft die kollektive „Verwünschung“ aufzulösen. Diese Bewusstwerdung  habe ich in dem Begriff des  „Master Reset“ zusammengefasst. In ihm liegt die Macht, die uns wieder Zugriff auf alle unsere Fähigkeiten ermöglicht und damit schnell und effektiv eine gnadenvollere Welt neu zu erschaffen und darin zu leben.

 

Namasté

Joan