Wie lange sollte eine Floating Session dauern?

Wie lange kann man floaten?
Eine Frage, die  immer wieder gestellt wird - und sie ist nicht einfach zu beantworten: Prinzipiell können wir  beliebig lange floaten. Die untere Grenze liegt bei ca. einer Stunde, weil sonst die Zeit für die bio-physische Entspannung und Bewusstseinsumschaltung zu kurz ist.
Der Körper braucht - wie jede hochtourig laufende Maschine - eine gewisse Zeit zum auslaufen und beruhigen.  Nach oben gibt es keine  Begrenzung. Allerdings werden die körperlichen Bedürfnisse wie Blasenentleerung, Hunger und Durst  in zeitlichen Intervallen Unterbrechungen fordern. Mit einiger Übung kann man so  8-14 Stunden floaten. Z.B. eine ganze Nacht floatend verbringen. Ich empfehle die Floatingzeit allmählich zu steigern, denn es geht ja nicht darum die längste, sondern die persönlich optimale Zeit zu ermitteln.  Bei erfahrenen Floatern mit vielen Stunden Floatingerfahrung sind 90-120 Minuten durchaus angenehm. Darüber hinaus wird es schon so etwas wie „Extremsport“, der eine zielgerichtete Motivation voraussetzt. Der tiefentspannte Körper findet nach 4-6 Stunden Bewegungslosigkeit nur schwer in die Bewegung zurück. Werden diese langen Zeiten oft wiederholt, muss mit Yoga/Stretchübungen dem Körper geholfen werden. Es treten sonst Muskelkrampf ähnliche Situationen auf oder virtuelle Lähmungen, die ganz schön Angst machen können. Vor allem, wenn man die Ursache nicht kennt und der Körper plötzlich nicht mehr auf die gewohnten Kontrolle reagiert.
Meine Beobachtungen zeigen, das bis 180 Minuten Floaten noch recht einfach ist. Über diese Zeit hinaus muss eine entsprechende Motivation, bzw. Lebenseinstellung vorhanden sein. Es ist die Aufgabe eines Floating-Guides dafür zu sorgen, dass der Floater nicht in eine Art Wettkampf mit sich selbst verfällt. Es geht nämlich nicht darum wie lange man floatet, sondern wie tief man dabei loslassen kann.   Jeder Mensch hat darüberhinaus seine eigene Uhr, die ihn aus dem Floatingbecken treibt, wenn es genug ist. Die meisten Bio-Wecker liegen um 2 Stunden. Letztlich ist es nicht die Floatingdauer, die den Ausschlag gibt, sondern die eigene Motivation:
Warum will ich das tun?
Was erwarte ich von diesem Tun?
Aber auch die Pausen, das „Chill-out“ spielt eine große Rolle. In dieser Ruhezeit sortiert das Bewusstsein die gemachten Floating-Erfahrungen in das eigene intellektuelle Wissensnetzwerk ein. Erst in dieser Ruhephase entsteht dann etwas, dass mit "Bewusstseinserweiterung" bezeichnet werden kann. Erst wenn wir bewusst begreifen, was da gerade passiert ist, können wir die Erfahrung als Standpunkt für den nächsten Schritt verwenden, andernfalls sinkt die Floatingerfahrung, wie jede Traumerfahrung, wieder ins Unbewusste zurück.
Die persönliche, philosophisch- spirituelle Ausrichtung spielt bei dieser Einsortierung eine wichtige Rolle. Hier liegt auch die Grenze zum "Wellness-Floaten", denn tiefe spirituelle Erfahrungen verlangen eine Menge Kraft und sind meistens anstrengend. Also alles andere als das, was man unter "Wellness" versteht. Ich hoffe das hilft bei der persönlichen Einschätzung für die persönliche Floatingzeit.